Margarete May
Rechtsanwältin

 
 
  Abdruck von Kunstwerken in einem Katalog
Zwischen Urhebern, die in diesen Fällen meistens von der VG Bild-Kunst vertreten sind, und Austellungsveranstaltern, wie Museen, sowie Auktionshäusern herrscht ein ständiger Streit darüber, wie weit der § 58 des Urheberrechtsgesetzes auszulegen sei.

Nach dieser Vorschrift darf der Veranstalter einer öffentlichen Ausstellung oder Versteigerung Werke der bildenden Kunst, die in der Ausstellung gezeigt werden oder versteigert werden sollen, in Katalogen vervielfältigen und verbreiten.

Der Streit geht nun meistens darum, wie weit diese Befugnis zu fassen ist. Gehören Ausstellungsplakate noch zu den privilegierten Materialien? Wie ist das mit Katalogen, die über den Buchhandel verkauft werden?

In dem Urteil vom 12. 11. 1992 entschied der BGH, daß zwar der Abdruck eines Kunstwerks (hier eines Bildes von Dali) auf dem Titel eines Auktionskatalogs, der zum – die Selbstkosten nicht deckenden – Preis von 12,– DM verkauft wurde, noch von § 58 UrhG erfaßt ist. Nicht erlaubt dagegen ist der Abdruck des Werkes auf dem Werbeprospekt des Auktionshauses, mit dem für verschiedene Veranstaltungen des Auktionshauses geworben wird.

Der BGH begründete seine Entscheidung damit, daß § 58 UrhG als Ausnahmevorschrift eng und zugunsten der Urheber auszulegen sei. Die Privilegierung gilt daher nur für Verzeichnisse, die sich unmittelbar auf die Ausstellung oder Auktion beziehen, nicht aber für mehrere Veranstaltungen oder das Museum, bzw. das Auktionshaus insgesamt werben sollen.

(GRUR 1993 S. 822 f)
Rechtsanwältin Margarete May
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